Dave Taylor ist ein echtes Urgestein des Internet. Er ist seit 1980 sowohl technisch als auch geschäftlich im Internet unterwegs. Als erfolgreicher Autor mit 20 publizierten Büchern zu technischen und businessorientierten Themen sehr bekannt. In Growing Your Business with Google entwickelt er das Konzept der „Findabilty“. Findabilty sagt etwas darüber aus, wie einfach es für Interessenten ist Informationen zu Ihren Produkte und Dienstleistungen zu finden. Suchmaschinen spielen hierbei natürlich eine große Rolle – vor allem Google.
In einem inspierendem Vortrag über Business Blogging auf dem Affiliate Summit 2006 beschreibt Dave, wie die Zukunft vieler Unternehmen im Internet aussehen wird. Dank Google Video können Sie das Video auch direkt hier schauen.
(Es folgt eine Zusammenfassung des Vortrags teilweise vermischt mit meinen eigenen Beispielen und Meinungen.)
Dave fragt: „Was stimmt nicht mit dem Web von Heute?“
Suchmaschinen wollen, dass Sie auf Ihrer Website jeden Tag frische Inhalte einpflegen. Die Realität sieht jedoch meist ganz anders aus. Die meisten Unternehmen pflegen statische Websites, die sich kaum ändern. Viele Unternehmen erstellen eine Website mit 20-100 Seiten und investieren dann in Suchmaschinenoptimierung, um mittels Manipulation oder Linkarbeit ein gutes Ranking für diese Seiten zu erzielen. Daves These: Anstatt in Suchmaschinenoptimierung zu investieren, warum nicht einfach jeden Tag 1-3 neue Seiten mit neuen Inhalten erstellen. Wenn das Thema auf einer Domain schon gut abgedeckt ist, dann einfach eine neue Seite starten und dort das Thema aus einem anderen Blickwinkel beleuchten.
Und wie soll das gehen? Mit Blogs natürlich.
Wozu eignen sich Blogs besonders gut? Sie erlauben es einem Unternehmen ein Gesicht im Markt zu erzeugen. Sie geben den Unternehmen eine Stimme (a face and a voice into your marketplace), erzeugen damit Glaubwürdigkeit (credibility) und helfen dabei menschliche Beziehungen aufzubauen. Nicht gerade selbstverständlich im heutigen Web (vor allem nicht in Deutschland, das sich in Webrechnung noch eher im Jahr 1999 befindet).
Es war beispielweise bisher nicht so selbstverständlich, dass man einen so tiefen Einblick in die Person von Randy Baseler, dem Vizepräsident Marketing von Boeing bekam. Durch sein Blog ist es möglich Boeing durch seine eigenen Augen zu betrachten. Auch wenn er bestimmt ein bisschen Hilfe durch seine PR-Abteilung bekommt. Es ist als bekomme man eine persönliche Führung durch sein Unternehmen – abseits der Informationen, die durch Werbebroschüren und PR-Arbeit vermittelt werden.
Große Unternehmen existieren im Kopf der Konsumenten nur als abstrakte Gebilde. Was stellen Sie sich vor, wenn Sie an Mercedes Benz, Ford oder die Telekom denken? Haben Sie das Gefühl, dass dort echte Menschen arbeiten? Oder kommen Ihnen diese Unternehmen eher vor wie undurchsichtige Megakonzerne, die von Robotern gesteuert werden? Zumindest ein ähnliches Gefühl stellt sich bei mir ein, wenn ich an solche Unternehmen denke.
Randys Blog ermöglicht es Boeing diese abstrakte Barriere zu durchbrechen. Man kann das Unternehmen von einer Seite kennen lernen, die vorher nicht sichtbar war. Es stellt sich vielleicht die Realisierung ein, dass hinter einem so großen Konzern auch Menschen wie du und ich arbeiten. Eine positive Vorstellung. Sehr begrüßenswert aus Sicht der Boeing Marketingabteilung. Nur was hat das jetzt mit Suchmaschinenoptimierung zu tun?
Moderne Suchmaschinen verwenden zum Ranking Ihres Seite über 200 Faktoren. Diese Faktoren ändern sich auch noch ständig bzw. die Art und Weise wie diese Faktoren in die Berechnung Ihrer Position mit einbezogen werden. Suchmaschinenoptimierung im klassischen Sinne ist die Kunst herauszufinden, wie diese Faktoren von den Suchmaschinen verwendet werden. Es gilt den Algorithmus zu knacken. Die Zeiten als das noch über einfache Manipulationen am Quelltext ging, sind allerdings längst vorbei. Heute ist das sehr schwierig geworden. Und wenn jemand ein Lücke im Algorithmus findet, dann ist es meist nur eine Frage der Zeit bis diese von den Suchmaschinen gestopft wird. In der Praxis sieht das so aus, dass eine Website es eine gewisse Zeit schafft auf den oberen Positionen zu bleiben. Bis zum nächsten Update (in Fachkreisen auch gerne Googledance genannt, obwohl es streng genommen solche nur noch sehr selten gibt: „What's the difference between an index update, an algorithm update, and a data refresh?“). Wenn die Manipulationsversuche zu „schlau“ waren, kann es schon mal passieren, dass die Seite dafür bestraft wird und in selteneren Fällen ganz aus dem Index fliegt. Das hört sich nicht wie eine langfristige Strategie an. An so etwas ist Dave nicht interessiert. Zusammenfassend: Die Suchmaschinen geben den Takt an und Sie versuchen hinterher zu laufen. Vielen ist dabei schon die Puste ausgegangen. Gibt es eine alternative Methode langfristig auf die ersten Plätze zu kommen?
Für Dave ist die Lösung dafür ganz klar. Laufen Sie doch einfach vorne weg. Und wie? Mit einem Blog natürlich. Ihre Homepage ist schon lange tot. Die Suchmaschinen lieben frische Inhalte. Sie haben einen unstillbaren Hunger auf Text, Text, Text. Und Blogs machen es eben einfach diesen Text zu erstellen und zu veröffentlichen. Viele Provider bieten mittlerweile in ihren Hostingpaketen entsprechende Blog-Software an, die sich innerhalb von 5 Minuten installieren lässt.
(Witzig: „Suchmaschinen wollen Text. Keine süßen Flashanimation.“ Dave fragt bei Zeitmarke 19:15 das Publikum, wie viele Leute Flashanimationen auf ihren Websites haben nur um kurz darauf abzuwinken „Nein, beantwortet das lieber nicht. Ich will niemand hier blamieren“.)
Was macht das Bloggen so besonders?
Dave hat schon befürchtet, dass ihn damit jemand zitiert. Aber er spricht einen wichtigen Punkt an. Blogger sind unglaublich kritisch (manchmal nicht unbedingt konstruktiv). Darauf muss man gefasst sein, wenn man als Unternehmen eine Blogstrategie verfolgt. Selbst bei kleinsten Fehlern kann es passieren, dass nach kurzer Zeit in den Suchmaschinenergebnissen nur noch Seiten mit Kritik über das eigene Unternehmen auftauchen. Jeder Blogger hat seine eigene Meinung und die meisten auch keine Scheu diese konstant zu wiederholen. Daves Tipp: So lange der Link funktioniert, soll man sich erst gar nicht darüber aufregen. Früher hieß es: „Was auch immer du sagt, bitte buchstabiere meinen Namen richtig.“ Heute heißt es: „Was auch immer du sagst, bitte stelle sicher, dass der Link funktioniert“.
Dave schließt mit einer kurzen Demonstration seiner Blog-Software ab.
Dave verfolgt einen extremen Ansatz, der für ihn anscheinend bestens funktioniert. Ich kann mich da nur anschließen. Zumindest zu 80 %, denn ich denke eine gut ausgearbeite Website hat auch ihre Vorteile. Ideal ist es beide Strategien zu verfolgen. Außerdem: Als Autor von 20 Büchern fällt es ihm anscheinend nicht sonderlich schwer viel zu schreiben. So ein Talent hat nicht jeder.
Was denken Sie darüber? Würden Sie Morgen Ihre Website abschalten und nur noch ein Blog verwenden? Ist es für Sie denkbar erst mal mit einem Blog anzufangen und erst später eine „richtige“ Seite drumherum zu bauen? Wir warten mit dem Abschalten unserer Hauptseite noch ein bisschen. Aber falls und wenn wir es tun, haben wir schon mal einen Artikel, auf den wir als Begründung verlinken können ;-)
Guenther P. Mairoth fügt hinzu:
Trennschärfe zählt noch unbedingt zu den Praktiken jedes B2B-Blogs. Nur der Konkurrenzabhub stellt sicher, dass Sie sich vom Wettbewerb abheben.
Suchen Sie sich eine Nische und machen Sie sich darin breit. So passt kein Wettbewerber mehr in Ihre gefundene Nische! Selbst gegenüber erdrückend großen Konkurrenten haben Sie damit Ihre Chance.
Das gilt auch für Ihre Werbebriefe, Mailings, E-Mailings und Landeseiten.
Linkwunsch: 10-mal mehr PS für Ihre Werbetexte plus kostenloser MailTipp der Woche mit Tipps & Tricks für Ihr Direktmarketing.
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