Geschäftsvorteile durch Barrierefreies Webdesign oder „16 Tipps, wie Sie mit Barrierefreiheit mehr Geld verdienen.“

Geschäftsvorteile durch Barrierefreies Webdesign oder „16 Tipps, wie Sie mit Barrierefreiheit mehr Geld verdienen.“

Nicht alle Besucher Ihrer Website suchen für sich selbst Produkte, Dienstleistungen oder Informationen. Vielleicht möchte eine blinde Frau ein Buch für ihr sehendes Kind kaufen? Oder ein Gehörloser ein Hörspiel für seine bestens hörende Frau. Diesen Aspekt lassen viele Website-Betreiber völlig außer acht.

Sie wissen nie, wer gerade mit welcher Intention Ihre Internetseite besucht.

Deshalb: Seien Sie allzeit bereit. Behinderte Menschen lieben den Computer und das Internet-Shopping. Kein Wunder, denn für einen Blinden ist es ungleich komplizierter und zeitaufwändiger, erst in die Stadt fahren zu müssen, um dort etwas zu kaufen. Gleiches gilt für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen wie z. B. Rollstuhlfahrer. Oder stellen Sie sich vor, ein gehörloses Mädchen stöbert durch eine Boutique, um sich ein neues Outfit zuzulegen. Für die optimale Beratung muss sie erst eine Begleitung finden, die ihr das Beratungsgespräch in Gebärdensprache übersetzt.

Für all diese Menschen ist das Internet ein wahrer Segen. Hier ist es um so vieles einfacher, sich ungestört zu informieren und einzukaufen. Eine ganz neue Lebensqualität.

Vorurteil: Die paar Behinderten, das lohnt doch kaum...

Wenn Sie glauben, die Zahl behinderter Menschen ist viel zu klein, um für Sie eine lohnende Zielgruppe zu sein, liegen Sie wahrscheinlich falsch. Weltweit, so schätzt man, ist jeder Fünfte schwerbehindert. Bei jungen Menschen, um die 20 Jahre, sind es rund 10%, bei Senioren ab 80 Jahren über 70%.

Das heißt, je finanzkräftiger Ihre Zielgruppe ist (Rentner haben das meiste Geld und genügend Zeit, es auch auszugeben), desto wichtiger wird für Sie die Barrierefreiheit Ihrer Website. Oder wollen Sie auf diese lukrative Kundschaft verzichten?

Hier zeigen wir Ihnen gleich an mehreren Beispielen, wie Sie Ihre Website durch mehr Barrierefreiheit für ALLE noch attraktiver machen. Denn, was attraktiver ist, zieht automatisch mehr Kunden an, generiert mehr Traffic, bringt Ihnen mehr Empfehlungs-Links von fremden Seiten, was Suchmaschinen wiederum durch eine bessere Positionierung belohnen, was Ihnen weitere zusätzliche Besucher beschert...

Wie Ihnen das auch mit Ihrer Website gelingt, verraten Ihnen unsere:

16 Tipps, wie Sie mit Barrierefreiheit mehr Geld verdienen.

Jeder Tipp für sich hat vielleicht nur kleines oder mittleres Potential. Alle Tricks auf einmal eingesetzt, werden Ihnen jedoch deutliche Verbesserungen bringen. Garantiert. Und Ihre Besucher werden es Ihnen danken.

Tipp 1: Verwenden Sie die Webstandards.

Die Webstandards und Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung von Websites sind eng verwoben. Keine Regel kann ohne die andere sinnvoll umgesetzt werden. Lassen Sie mich kurz erklären:

Standards beschreiben nur die Werkzeuge, die technischen Grundlagen und Regeln zur Erstellung Ihrer Website. Erst die Richtlinien zur Barrierefreiheit geben dazu die notwenigen Anwendungsempfehlungen.

Ein Beispiel: Als Handwerker brauchen Sie spezielles Werkzeug. Dieses Werkzeug ist vergleichbar mit den Webstandards. Doch mit diesen Werkzeugen alleine, so gut sie auch sein mögen, können Sie herzlich wenig anfangen. Sie müssen auch wissen, wie Sie diese Werkzeuge optimal einsetzen. Dieses Know-how geben Ihnen fürs Internet die Richtlinien zur Barrierefreiheit.

In unserem Artikel Mehr Umsatz und weniger Wartungskosten mit Webstandards haben wir Ihnen schon ausführlich gezeigt, wie hoch allein das Einsparpotenzial durch den Einsatz dieser „Werkzeuge“ ist. Die Richtlinien zur Barrierefreiheit setzen deshalb den konsequenten Einsatz von Webstandards voraus. Und führen Sie allein schon deshalb automatisch zu mehr Erfolg. Bleiben wir bei unserem Handwerkerbeispiel.

  • Sie arbeiten OHNE Standards mit Richtlinien der Barrierefreiheit. Dies ist vergleichbar mit einem Kfz-Meister, der ein kaputtes Auto reparieren soll, aber keine Werkzeuge dazu hat. Er muss mit bloßen Händen arbeiten. Sinnlos.
  • Sie arbeiten MIT Standards aber ohne Richtlinien der Barrierefreiheit: Das ist, als würden Sie in einer voll ausgerüsteten Kfz-Werkstatt stehen, ohne den leisesten Schimmer zu haben, wie Sie die ganzen Profi-Werkzeug am besten einsetzen. Vergessen Sie’s!

Tipp 2: Verbessern Sie Ihre Suchmaschinenposition durch barrierefreies Webdesign.

Suchmaschinenoptimierung ist für jeden Website-Betreiber ein entscheidendes Thema. Gut und schnell gefunden zu werden, kann in vielen Fällen über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Website und des dahinter stehenden Unternehmens entscheiden. Und so können Sie Ihre Position in den Suchmaschinen durch Anwendung der „Barrierefrei“-Richtlinien positiv beeinflussen:

Tipp 3: Füllen Sie Alt- und Title-Attribute sinnvoll aus.

Suchmaschinen sind blind! Auch Google, der wichtigste Besucher Ihrer Website, ist komplett sehbehindert. Viele Multimediaformate können von Suchmaschinen nicht oder nicht optimal gelesen werden. Darunter fallen beispielsweise Flash, Video, Bilder und andere Formate, die eben nicht aus „Text“ bestehen.

Beispiel:

<img src="superkeks.jpg" alt="Ein Superkeks auf dem Backblech."
title="Auf diesem Bild sehen Sie einen braunen Superkeks auf einem
Backblech. Das Backblech steckt noch zur Hälfte im Backofen." />
.

Der Begriff „Superkeks“ dient hier nur als fiktives Beispiel.

Wer sich die Mühe macht, seine Produktbilder auch barrierefrei zu beschreiben, wird dafür von den Suchmaschinen oft belohnt.

Tipp 4: Trennen Sie Layout und Inhalt durch die Formatierungssprache CSS.

Diese klare Trennung macht es Programmen deutlich leichter, den Quellcode auf Ihrer Website zu lesen. Wichtig für Screenreader. Programme, mit denen sich Blinde Internetseiten vorlesen lassen. Das Verhältnis von tatsächlichem HTML-Code zum eigentlichen Inhalt (Text) verbessert sich durch den richtigen Einsatz von CSS automatisch. Das bewerten auch Suchmaschinen positiv.

Tipp 5: Strukturieren Sie Ihre HTML-Seiten sinnvoll.

Zum Beispiel so: Zuerst eine Hauptüberschrift (h1), dann ein Paragraph (p), dann eine normale Überschrift (h2), wieder ein Paragraph (p), mal eine Liste (ul, li), vielleicht eine Subunterschrift (h3), dann wieder 1-2 Paragraphen, usw.

Fällt Ihnen etwas auf? Das ist genau die Art und Weise, wie Sie in einer Textverarbeitung arbeiten. Überschriften, Paragraphen und Listenpunkte sind ein völlig normales Schreibmittel. Dennoch verwenden viele HTML-Autoren einfach beliebigen HTML-Code. Statt Überschriften nehmen sie Fettdruck, statt Listenpunkte Bilder mit Paragraphen, statt Paragraphen Tabellenzellen, usw.

Suchmaschinen bewerten übrigens Schlüsselwörter, die in Überschriften vorkommen, deutlich höher als nur Fettgedrucktes. Wenn Sie hier barrierefrei arbeiten, belohnen auch das die Suchmaschinen wieder.

Tipp 6: Geben Sie jedem Dokument einen eindeutigen, aussagekräftigen Titel.

Das geht über den sogenannten <title>-Tag. Der Titel des Dokumentes ist das erste, was Sie von einer Website sehen oder als Blinder hören. Viele Firmenwebsites haben auf jeder Website immer den gleichen Titel: "Herzlich willkommen bei Firma XY". Wenn Sie dem Dokument einen sinnvollen Titel geben, kann ein Blinder direkt herausfinden, worum es in diesem Dokument geht. Er muss dazu nicht erst den Rest der Seite lesen. Auch deshalb bewerten Suchmaschinen die Aussagekraft Ihres Titels besonders hoch.

Es scheint fast, als würden Suchmaschinen die Position Ihrer Website allein aus Ihrer Bereitschaft zum barrierefreien Webdesign errechnen.

Eigentlich kein Wunder. Denn diese Richtlinien sagen ja, wie man eine Webseite sinnvollerweise aufbauen sollte. Und Suchmaschinen wollen Ihren Besuchern nur sinnvolle Seiten präsentieren. Suchmaschinenoptimierung und barrierefreies Webdesign - ein perfektes Paar.

Tipp 7: Machen Sie Ihre Seite bedienerfreundlich durch barrierefreies Webdesign

Über die exakten Zahlen sind sich die Experten nicht einig. Aber Umsatzsteigerungen zwischen 100% und 1000% gelten als möglich, allein durch die Verbesserung der Usability, der Bedienerfreundlichkeit Ihrer Website.

Das heißt, im schlechtesten Fall reden wir von einer glatten Umsatzverdoppelung. Und wenn’s noch mehr ist - um so besser.

Tipp 8: Geben Sie Ihrer Website ein Inhaltsverzeichnis (Sitemap).

Das ist eine spezielle Seite, auf der alle Seiten Ihres Angebotes in hierarchischer Form aufgelistet sind. So gibt die Sitemap Ihren Besuchern einen sehr schnellen Überblick, welche Inhalte sie auf Ihrer Seite erwarten können. Nicht nur blinde Menschen profitieren davon. Als Website-Betreiber verbessern Sie damit die Benutzerfreundlichkeit für ALLE. Ganz nebenbei liefern Sie der Suchmaschine eine einzige Seite, von der aus alle wichtigen Seiten verlinkt sind. Das macht es der Suchmaschine wiederum einfach Ihre Seite komplett und einfach zu indizieren.

Tipp 9: Schreiben Sie in einem einfachen Sprachstil.

Schreiben Sie Ihre Texte so, dass Ihre Formulierungen leicht und schnell verständlich sind.

  • Wenn Sie einen Satz mit 5 statt mit 7 Wörtern schreiben können, tun Sie’s.
  • Wenn Sie ein Wort mit 7 statt mit 15 Buchstaben schreiben können, machen Sie es.
  • Wenn Sie statt eines Fremdwortes ein leichter verständlicheres Wort verwenden können, verwenden Sie es.
  • Schreiben Sie kein Fachchinesisch. Sondern klare, einfache, kurze Sätze mit leicht verständlichen Worten und gut strukturierten Inhalten (Überschriften, Paragraphen, Listen,...). Und kommen Sie schnell auf den Punkt.

Usability-Tests zeigen immer wieder, dass Einfachheit (nicht nur bei der Sprache) zu wesentlich mehr Umsatz führt. Zum Beispiel, weil die Abbruchraten beim Bezahlen im Online-Shop durch kurze und klare Anweisungen deutlich sinken. Große Online-Shops investieren jährlich Millionen in Usability-Tests. Tests auf leichte und verständliche Sprache sind fester Bestandteil dieser Prüfungen.

Tipp 10: Zeichnen Sie Formularelemente aus.

Laut „Barrierefrei“-Richtlinie wollen Formularfelder mit Auszeichnungsmarken (<label>-Tag) versehen werden. Diese „Label“ verwandeln alle modernen Browser zu klickbarem Text. Das erleichtert die Bedienung für Menschen, die z. B. unter einem konstanten Zittern leiden. Für sie ist es manchmal unmöglich, einen Haken in einer Häkchen-Box zu aktivieren. Wie diese Technik arbeitet, können Sie an unserem Kontaktformular testen. Klicken Sie mal nicht auf die Häkchen-Box ganz oben, sondern auf den Text, der daneben steht. Über ein kurzes Hallo freuen wir uns natürlich auch ;)

Tipp 11: Sparen Sie bares Geld bei Erstellung und Wartung.

Genau wie das standardkonforme Webdesign, vereinfacht die barrierefreie Gestaltung Ihr Webdesign an vielen Ecken und Enden. Vielleicht auch gerade deshalb, weil es diese Standards voraussetzt. Mehr darüber in unserem Standarddesign-Artikel.

Tipp 12: Machen Sie Ihre Website durch barrierefreies Webdesign fit für die Zukunft.

Heute ist es vielleicht nur für Blinde normal, sich Internetseiten vorlesen zu lassen. In Zukunft werden sich auch Sehende Staumeldungen von ihrem Auto-Browser auf dem Weg zur Arbeit vorlesen lassen. Wer heute für Blinde optimiert, ist auf dem besten Weg, seine Seiten für die Zukunft vorzubereiten. Und Zukunft heißt hier nicht in 30, 50 Jahren, lieber Leser. Der Autor schätzt, bereits in zwei bis drei Jahren werden diese Techniken keine Utopie sein. Wollen Sie dann schon wieder draufzahlen, nur weil Ihre heute erstellte Website moderne Technologien und Richtlinien noch nicht berücksichtigt?

Tipp 13: Bieten Sie durch barrierefreies Webdesign mehr Komfort für ALLE.

Dazu ein kleines Beispiel: Sie bieten Videos auf Ihrer Website zum Download an. Darin sprechen Menschen über Ihr Produkt. Ein Gehörloser kann damit nichts anfangen, weil das Video nicht untertitelt ist. Es gibt auch keine schriftliche Zusammenfassung des Inhaltes dieses Videoclips auf Ihrer Website.

Wenn es eine schriftliche Zusammenfassung des Videos gäbe, so wie es die Barrierefreiheit vorschlägt, wäre das schlichtweg eine geniale Serviceleistung. Es macht Ihre Website komfortabler, da auch Menschen mit gesundem Gehör erst mal lesen können, was in dem Video drin ist.

Warum ist das wichtig? Vielleicht, weil Ihre Seite von jemandem besucht wird, der keine schnelle Internetverbindung hat. Bevor er jetzt für das Herunterladen Ihres Videos 30 Minuten seiner Internetzeit opfert und bezahlt, kann er schon mal vorab herausfinden, ob es sich für ihn überhaupt lohnen wird.

Tipp 14: Vergrößern Sie Ihren Marktanteil und Ihre Zielgruppe durch barrierefreies Webdesign.

Mit Ihrer barrierefreien Website werden Sie automatisch auch neue Zielgruppen ansprechen und Ihren Marktanteil vergrößern. Wie eingangs beschrieben: Was attraktiver ist, zieht automatisch mehr Kunden an, generiert mehr Traffic, bringt Ihnen Empfehlungs-Links von fremden Seiten, was Suchmaschinen wiederum durch eine bessere Positionierung belohnen, was Ihnen weitere zusätzliche Besucher beschert...

Tipp 15: Sichern Sie sich mehr PR durch barrierefreies Webdesign.

Ein weitgehend barrierefreier Internetauftritt ist heutzutage noch etwas Besonderes. Daraus können Sie eine eigene Marketingstrategie entwickeln. Für die Medien ein perfektes Thema. Schreiben Sie Artikel darüber, wie ernst Sie Ihre soziale Verpflichtung nehmen und wie erfolgreich Sie mit Ihrer barrierefreien Strategie sind. Nehmen Sie auch am BIENE-Award teil und gewinnen Sie. Schüren Sie so richtig das Marketing-Feuer mit dem Thema Barrierefreiheit. Diese Medienveröffentlichungen werden Ihnen scharenweise neue potenzielle Kunden auf Ihre Website schicken und ganz nebenbei Ihr Firmenimage ins rechte Licht rücken.

Tipp 16: Sie bekommen mehr Rechtssicherheit durch barrierefreies Webdesign.

Schon heute sind in den USA, Kanada, Australien und England alle Betreiber von Internetseiten durch verschiedene Anti-Diskriminierungs-Gesetze dazu verpflichtet, ihre Angebote barrierefrei zu gestalten. Hierzulande sind z. Zt. nur öffentliche Institutionen zur Barrierefreiheit gesetzlich verpflichtet. Doch vielleicht haben Sie ja auch Angebote für englischsprachige Leser? Oder eine Filiale im Ausland? Dann müssen Sie sich natürlich auch an die entsprechende Gesetzgebung halten. Alles andere könnte Sie teuer zu stehen kommen, wie ein berühmter Fall in Australien gezeigt hat. Dort hat im Jahr 2000 Bruce Maguire, ein blinder Australier, gegen die Betreiber der Website der damaligen olympischen Spiele in Syndney geklagt und gewonnen. Maguire vs. SOCOG

Es kann vermutet werden, dass sich die deutsche Rechtsprechung an die internationale Gesetzgebung anpassen wird. In Zukunft dürfte daher auch für private Anbieter in Deutschland die Barrierefreiheit gesetzliche Vorschrift werden.

Man könnte fast meinen, die Richtlinien zur Barrierefreiheit wären der Geheim-Tipp für erfolgreiche, verkaufsstarke Internetseiten.

Weil die Richtlinien jedes Detail genau beschreiben, das Ihre Website zum Erfolg führen kann. Bei den Suchmaschinen, bei Ihren Kunden und immer wieder neuen Interessenten.

Wer diese Richtlinien ab sofort beachtet, zeigt eine gehörige Portion Geschäftssinn. Denn das Nicht-Umsetzen der Richtlinien zur Barrierefreiheit kann Sie viel Geld kosten.

Das Erfreuliche: Die einfache Barrierefreiheit Ihrer Website ist keine Frage des Geldes, sondern allein des guten, durchdachten Entwicklungsstils.

Ob sich auch die fortgeschrittene Optimierung für Sie lohnt, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch oder per E-Mail.

Bis bald... und vielen Dank für Ihr Interesse.

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